Johannistag

Einer der bekanntesten Lostage – der Johannistag (auch Johanni). Das Wetter und insbesondere die Tierwelt gibt an diesem Tag Aufschluss über die kommenden Witterungen. Traditionell spielt er daher eine wichtige Rolle in der Landwirtschaft und leutet bei vielen Landwirten die die Heuernte ein.

Woher kommt der Name?

Entstehung ist die Geburt von Johannes dem Täufer. Das Datum wurde dabei ausgehend vom Geburtsdatum Jesu errechnet, nämlich sechs Monate vor Weihnachten und drei Monate nach Mariae Verkündigung. Dadurch fällt der Tag auch passender Weise in den Zeitraum der Sonnwende um den 22. bis 24. Juni.

Die Kirche versuchte die „heidnische“ Sonnwendtradition abzuschaffen, scheiterte jedoch und übernahm im 5. Jahrhundert den Gedenktag für Johannes den Täufer inkl. zahlreicher Bräuche.

Wann ist Johannistag?

Der Johannistag ist am 24. Juni. Die Nacht vom 23. auf den 24. Juni wird zudem als Johannisnacht bezeichnet.

Johannistag 2017, 2018, 2019,…?

Oft wird nach dem Johannistag in einem bestimmten Jahr gesucht. Das Datum bleibt jedoch jedes Jahr unverändert.

Johannispflanzen

Als Lostag hat der Johannistag auch Auswirkung auf die Pflanzenwelt, weshalb eine nach ihm benannt sind:

  • Johannisblume: Blüht um den Johannistag
  • Johanniskraut: Blüht zu dieser Zeit
  • Johannisbeere: Erreicht zu diesem Termin ihre Reife
  • Johanniskäfer: Balzzeit und dadurch erhöhte Leuchtkraft (Glühwürmchen)

Spargelsilvester

Einige kennen den Johannistag auch unter dem Namen Spargelsilvester. Dieser Name entstand durch das Ende der Spargelsaison.

Sommersonnenwende

Die Sommersonnenwende läutet die kürzer werdenden Tage ein und steht in enger Verbindung mit dem Johannistag. Bezug des Wechsels vom längsten auf den kürzesten Tag des Jahres kann aus dem Täuferspruch „gelesen“ werden: „Er muss wachsen, ich aber muss kleiner werden.“ (Joh 3,30 EU)

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Stimmen die Vorhersagen?

Die meisten Wetterregeln, welche über die Jahre entstanden sind lassen sich auch belegen. Insbesondere die endende Schafskälte, welche sich meteorologisch erklären lässt spielt hier ebenfalls eine Rolle. Große Bedeutung erhalten die Johanniskäfer, welche in dieser Jahreszeit nur zur Balz aufbrechen, wenn das Wetter für längere Zeit stabil bleibt. Daher finden sie sich auch in vielen Wetterregeln wieder.

Bauernregeln und Brauchtumg zum Johannistag

Bauernregeln Johannistag
  • Vor dem Johannistag
    man Gerst und Hafer nicht loben mag.
  • Der Kuckuck kündet teure Zeit,
    wenn er nach Johanni schreit.
  • Wenn die Johanniswürmer glänzen,
    darfst Du richten Deine Sensen.
  • Vor Johanni bitt um Regen, hernach kommt er ungelegen.
  • Wenn die Nacht zu längen beginnt,
    dann die Hitze am meisten zunimmt.
  • Regnet`s am Johannistag (24.Juni),
    so regnets noch vierzehn Tag.
  • Bis an Johannis wird gepflanzt
    ein Datum, das du dir merken kannst.
  • Regnet’s an Johanni in das Faß,
    wird oft die Erntezeit auch naß.
  • Erst nach dem Tag von St. Johann,
    der Bauer sein Korn loben kann.
  • Nach der Sonnenwend‘ gib acht,
    da wächst das Getreide auch in der Nacht.
  • Bienen, die vor Johanni schwärmen, tun des Imkers Herz erwärmen.
  • Wie das Wetter zu Johanni war,
    so bleibt es viele Tage gar.
Brauchtum
  • Johannisfeuer, auch Sonnwendfeuer genannt soll Dämonen abwehren
  • Dem Wasser kommt eine besondere Bedeutung zu. Früher badete man in der Johannisnacht in Seen und Flüssen um so Schutz zu erhalten. Auch der Tau am Morgen danach soll voller Kraft und Segen sein und Krankheiten heilen.
  • Johannisstrauß aus sieben verschiedenen Kräutern soll am Johannistag besonders starke Heilkräfte haben und wird in einer Vase aufgestellt oder in der Nacht vor dem Johannistag für Liebesglück unter das Kopfkissen gelegt.
  • Johanniskränze aus sieben Kräutern bleiben das ganze Jahr über im Haus hängen