Eisheilige 2017 & 2018

„Vor den Eisheiligen sollten bestimmte Pflanzen nicht rausgestellt werden“ hört man immer wieder. Was dahinter steckt, wann die Eisheiligen sind und was Sie beachten sollten erfahren Sie auf dieser Seite.

Woher kommt der Name?

Im Zeitraum der Eisheiligen kommt es häufig zu unerwarteten Kälteeinbrüchen, welche durch eine von Norden kommende kalte Polarluft verursacht werden. Dadurch entstehen auch regionale Unterschiede beim Datum, denn die kalte Luft erreicht Norddeutschland einen Tag früher. Süddeutschland, die Schweiz und Österreich einen Tag später. Dies kalte Luft kann auch zu Temperaturstürzen bis unter 0 Grad führen – daher die Regel mit bestimmten Pflanzen, welche keinen Frost vertragen.

Wann sind die Eisheiligen und Eismänner?

Eisheilige ohne regionale Unterschiede erstrecken sich über den Zeitraum von 12. bis 14. Mai und werden auch als Eismänner bezeichnet. Streng genommen müssten die Eisheiligen aufgrund einer Kalenderreform 10 Tage später stattfinden. Mehr dazu unter „stimmen die Eisheiligen heute noch“ weiter unten. Im selben Zeitraum ist auch die sogenannte Schafskälte.

Eisheilige 2017, 2018, 2019,…?

Oft wird nach den Eisheiligen in einem bestimmten Jahr gesucht. Das Datum bleibt jedoch jedes Jahr unverändert.

Mamertus – regionaler Unterschied für Norddeutschland

Durch die von Norden strömende Kaltluft gibt es in Norddeutschland einen weiteren „ersten“ Eisheiligen – Mamertus, Bischof von Vienne.

Die kalte Sophie – regionaler Unterschied für Süddeutschland, Österreich und die Schweiz

Die im Volksmund als kalte Sophie (orig. Sophia) bekannte Märtyrin schließt in den genannten Regionen die Eisheiligen als letzter Tag ab.

Alle Eisheiligen auf einen Blick

  • 11. Mai: Mamertus, Bischof von Vienne
  • 12. Mai: Pankratius, frühchristlicher Märtyrer
  • 13. Mai: Servatius, Bischof von Tongeren
  • 14. Mai: Bonifatius, frühchristlicher Märtyrer
  • 15. Mai: Sophia, frühchristliche Märtyrin und Mutter dreier geweihter Jungfrauen

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Stimmen die Eisheiligen heute noch?

Aus meteorologischer Sicht erfolgt ein Kälteeinbruch meist um den 23. Mai. Die lässt sich jedoch mit einer Verschiebung im Kalender erklären, der sogenannten gregorianischen Kalenderreform aus dem 16. Jahrhundert. Die Eisheiligen richten sich ursprünglich nach dem Julianischen Kalender, welcher im 16. Jahrhundert durch den gregorianischen abgelöst wurde. Dadurch kam es zu einer Verschiebung um 10 Tage. Daher müsste die Kalte Sophie bei unserem heute genutzten Kalender streng genommen auf dem 25. Mai liegen.

Bauernregeln und Sprüche zu den Eisheiligen/Eismännern

Bauernregeln je Eisheiliger

11. Mai: St. Mamertus (Eisheiliger)

  • Der heilige Mamerz,
    der hat von Eis ein Herz;
    Pankratius hält den Nacken steif,
    sein Harnisch klirrt von Frost und Reif;
    Servatius’ Hund der Ostwind ist –
    hat schon manch’ Blümlein totgeküsst;
    und zum Schluss, da fehlet nie,
    die eisigkalte Sophie.
  • Pankrazi, Bonifazi, Servazi sind drei frostige Lumpazi. Und zum Schluss fehlt nie die kalte Sophie.
  • Mamertus, Pankratius und hinterher Servatius, sind gar gestrenge Herrn, die ärgern die Bauern und auch die Winzer gern.
  • Mamertus, Pankratius, Servatius, die bringen oft Kälte und Verdruss, doch auch der Bonifazi, das ist erst ein Lumpazi.
  • Pankratius, Servatius, Bonifatius, der Winzer sie beachten muss: Geh’n sie vorüber ohne Regen, bringt’s dem Weine großen Segen.
  • Gehen die Eisheiligen ohne Frost vorbei, schreien die Bauern und Winzer juchhei.

12. Mai: St. Pankratius (Eisheiliger)

  • Georgus und Marks (23. und 25. April),
    die bringen oftmals was Arg’s;
    Philippi und Jakobi (1. Mai),
    sind dann noch zwei Grobi;
    Pankraz, Servaz, Bonifazi (12., 13., 14. Mai),
    das sind erst drei Lumpazi.
    Oft der Urban gar (25. Mai),
    ist streng fürwahr,
    und Peter und Paul (29. Juni),
    die sind meist nur faul.
  • Wenn’s an Pankratius gefriert, so wird im Garten viel ruiniert.
  • Pankratius hält den Nacken steif, sein Harnisch klirrt von Frost und Reif.
  • Ist Sankt Pankratius schön, wird guten Wein man sehn.
  • Wenn es am Pankratiustag schön ist, so ist das gutes Zeichen zu einem schönen und reichen Herbst.
  • Pankraz und Servaz, zwei böse Brüder, was der Frühling gemacht, zerstören sie wieder.
  • Pankraz muss vorüber sein, will man vor Nachtfrost sicher sein.

13. Mai: St. Servatius (Eisheiliger)

  • Servaz muss vorüber sein, will man vor Nachtfrost sicher sein.
  • Nach Servaz kommt kein Frost mehr her, der dem Rebstock gefährlich wär’.
  • Servatius’ Hund (Mund) der Ostwind ist – hat manches Blümlein totgeküsst.

14. Mai: St. Bonifaz (Eisheiliger)

  • Vor Bonifaz kein Sommer, nach der Sophie (15. Mai) kein Frost
  • Wer seine Schafe schert vor Bonifaz, dem ist die Woll’ lieber als das Schaf.

15. Mai: „Kalte Sophie“ (Eisheilige)

  • Die kalt’ Sophie, die bringt zum Schluss ganz gern noch einen Regenguss.
  • Vor Nachtfrost bist du sicher nicht, bevor Sophie vorüber ist.
  • Gehen die Eisheiligen ohne Frost vorbei, schreien die Bauern und Winzer Juchei.
Allgemeine Sprüche
  • Pankraz und Servaz sind zwei böse Brüder,
    was der Frühling gebracht, zerstören sie wieder.
  • Pflanze nie vor der kalten Sophie.
  • Mamerz hat ein kaltes Herz.
  • Vor Nachtfrost du nie sicher bist,
    bis Sophie vorüber ist.
  • Servaz muss vorüber sein,
    will man vor Nachtfrost sicher sein.
  • Pankraz, Servaz, Bonifaz
    machen erst dem Sommer Platz.
  • Vor Bonifaz kein Sommer,
    nach der Sophie kein Frost.
  • Pankratz und Servaz sind zwei böse Brüder, was der Frühling gebracht, zerstören Sie wieder.
  • Pankrazi, Servazi und Bonifazi sind drei frostige Bazi.
    Und zum Schluss fehlt nie die kalte Sophie.

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